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Bericht in "Neues Deutschland" vom 02.02.2010

Yvonne Ploetz ist die Nachrückerin für Oskar Lafontaine im Bundestag


Nicht immer sorgt ein neues Gesicht im Bundestag für so viel Aufmerksamkeit: Yvonne Ploetz hat schon in den ersten Tagen ihres rasanten politischen Aufstiegs zu spüren bekommen, was es heißt, in die Fußstapfen von Oskar Lafontaine zu treten. Stunden bevor Lafontaine vor reichlich einer Woche seine Entscheidung offiziell bekannt gab, schrieb die 25-Jährige aus Blieskastel im Internet beinahe ungläubig: »Nun werde ich tatsächlich in den Bundestag einziehen«. Danach hatte sie keine ruhige Minute mehr.

Als sie auf Platz drei der Landesliste hinter Oskar Lafontaine und Thomas Lutze, Landesgeschäftsführer der Partei, kandidierte, wollte sie die LINKE im Wahlkampf unterstützen, vor allem junge Wähler ansprechen. Berlin scheint bisher eher eine Nummer zu groß für die eigene Planung gewesen zu sein. Auch wenn der jungen Frau große Ziele leicht über die Lippen gehen: »Jeder Mensch hat die Aufgabe, seinen Mitmenschen zur Verwirklichung des Menschseins zu helfen.«

Angefangen hat ihr politisches Engagement aber dort, wo sie jetzt ihre politischen Gegner sieht: in der Jungen Union. Dass Ploetz dort mit 14 Jahren eingetreten ist, lag einfach daran, dass es in ihrem Dorf damals »nichts anderes gab«, sagt sie heute. Mit 18 war ihr klar, dass dies nicht ihre politische Heimat war. 2005 trat sie in die PDS ein, gründete in Blieskastel einen Ortsverband, dessen Vorsitzende sie noch ist und bleiben will.

Beim Einzug in den Bundestag kann Ploetz auf die Unterstützung ihres berühmten Vorgängers bauen. Dem habe sie schon »1000 Fragen« gestellt, die er alle »sehr geduldig« beantwortet habe. Inhaltlich will sie sich am liebsten um Bildungspolitik kümmern. Von 2006 bis 2008 war sie bildungspolitische Sprecherin im Landesvorstand der Saar-LINKEN. Ihr Studium der Politikwissenschaft, Kunstgeschichte und Soziologie will die Stipendiatin der Rosa-Luxemburg-Stiftung trotz der neuen Aufgabe beenden. Ploetz ist überzeugt, dass ihre Partei die einzige ist, die einen »wirklichen Kontrast zum Egoismus und zur Profitgier des Kapitalismus« bietet. Im Wahlkampf schrieb sie: »Ich will dem Bedarf an grundlegenden Veränderungen gerecht werden und sozialistische Alternativen in die Öffentlichkeit tragen.« Na dann ...