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Für BAföG-Erhöhung, gegen Elite-Förderprogramme

Vor dem Hintergrund der schlechten Wohnungssituation für Studierende forderte die Bundestagsabgeordnete der saarländischen LINKE, Yvonne Ploetz, eine umfangreiche Erhöhung des BAföG zum Wintersemester 2012/13. „Die Bedarfssätze und Freibeträge wurden seit 2010 nicht mehr erhöht. Währenddessen sind die Lebenshaltungskosten der Studierenden jedoch drastisch gestiegen. Durch die hohe Zahl von Erstsemestern wurde der Wohnraum knapp, sodass Kaltmieten in Universitätsstädten angezogen haben“, erklärte Yvonne Ploetz. Gleichzeitig hätten sich die Kosten für Energie, Lebensmittel und sonstige Artikel des täglichen Bedarfs von Studierenden merklich erhöht. „Statt  ein schlechtes Stipendiensystem wie das Deutschlandstipendium aufzulegen, bei dem die Hälfte der Mittel verfällt, sollten diese Gelder für einen Ausbau der BAföG-Förderung genutzt werden.

Studierende, die nicht bei ihren Eltern wohnen und Anspruch auf Leistungen nach BAföG haben, erhalten monatlich eine pauschale Unterstützung von 224,-€. „Damit lässt sich heute noch nicht mal mehr ein 10-Quadratmeter-WG-Zimmer in einer durchschnittlichen Universitätsstadt finanzieren. Neben der Kaltmiete und den Nebenkosten muss in jedem Fall auch ein Internet-Anschluss finanziert werden, weil viele Dozierende heute ihre Vorlesungsunterlagen nur noch elektronisch anbieten“, so Ploetz weiter.

Ploetz befürchtet, dass die Bundesregierung die Studierenden in Privatkredite drängen möchte. Wenn Studierende sich nicht ausreichend durch BAföG und Unterhalt finanzieren könnten, seien sie auf einen Nebenjob angewiesen. Wenn sie dafür die Zeit nicht hätten, müssten sie einen Studienkredit der KfW aufnehmen. „Vor der Verschuldung schrecken aber viele junge Menschen zurück, da sie nach Ende des Studiums einer ungewissen Zukunft mit Praktikaschleifen, befristeten Angestelltenverhältnissen und weiteren atypischen Beschäftigungsverhältnissen entgegenblicken. Damit werden insbesondere junge Menschen aus sozial schwächeren Elternhäusern systematisch vom Studium abgehalten“, so Ploetz abschließend.