„Die Bundesregierung muss ihre zynische und wirklichkeitsfremde Haltung gegenüber Jugendlichen aufgeben. Offenkundig hält die schwarz-gelbe Regierung es nicht für einen arbeitsmarktpolitischen Skandal erster Güte, dass Jugendliche die unfreiwilligen Vorreiter bei atypischer Beschäftigung sind. Sie sieht keinerlei Grund zum Handeln“, so Yvonne Ploetz, Bundestagsabgeordnete von DIE LINKE. Ploetz hatte die neusten Zahlen des Statistischen Bundesamts zum Anlass für eine schriftliche Frage an die Regierung genommen. Dieses hat errechnet, dass Jugendliche unter 25 Jahren mit 38,5 % den relativ größten Anteil an Teilzeitarbeit, geringfügiger und befristeter Beschäftigung sowie in Zeitarbeitsverhältnissen in der BRD tragen. Das Forschungsergebnis des Statistischen Bundesamts hält die Bundesregierung scheinbar für unbedenklich, da sie die Abgeordnete in ihrer Antwort auffordert, es so interpretieren, dass atypische Beschäftigung „mit zunehmenden Alter sinkt“. Zudem sei es folgerichtig, dass, „Neueinstellungen insbesondere bei Berufseinsteigern in der Regel über befristete Arbeitsverträge – ggf. auch über Zeitarbeitsverhältnisse – erfolgt.“
Für Ploetz ist dies eine Verkennung der Entwicklung der letzten Jahre: „Atypische Beschäftigung birgt auch die Gefahr von Verarmung im Alter und ständig droht erneute Arbeitslosigkeit. So können Jugendliche keine dauerhaften Lebensperspektiven aufbauen. Prekarität mündet regelmäßig in erneuter Prekarität“. Dass Zeitarbeit und befristete Beschäftigungsverhältnisse nur in den seltensten Fällen in Festanstellungen münden, habe schon eine Studie der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2010 belegt. „Die Zunahme atypischer Beschäftigung bei Jugendlichen ist nur der Vorgeschmack für die kommenden Jahre. Atypische Beschäftigung wird sich in allen Altersgruppen ausbreiten und damit die sozialen Sicherungssysteme in Frage stellen. Jugendlichen muss von Anfang an eine sichere Teilhabe an der Gesellschaft geboten werden“, so Ploetz.