„Jugendministerin Schröder fehlen die Antworten auf die drängendsten Fragen in der Jugendpolitik. Ihre Politik ist aus der Mottenkiste, die Herausforderungen der Gegenwart bleiben unbeachtet“, kritisiert die Bundestagsabgeordnete der LINKE, Yvonne Ploetz, das jugendpolitische Engagement von Ministerin Kristina Schröder im Hinblick auf das verbreitetes Phänomen Cybermobbing.
Ploetz weiter: „Es wurde eine Expertengruppe zum Thema eingesetzt, deren Positionen sind bereits dokumentiert, doch politisch passiert nichts. Ministerin Schröder muss endlich ein umfassendes Konzept gegen Cybermobbing vorlegen. Dieses sollte aus unserer Sicht folgende Punkte enthalten: Ein Netzwerk an staatlichen Psychologen und Sozialpädagogen muss Jugendliche kostenlos und anonym Hilfe im Internet anbieten. Eine aufklärende Kampagne ist zu initiieren, die präventive Wirkung entfaltet. Ein „Notfall-Button“ muss in Social Networks und auf den zentralen Websites jedem jungen Menschen den schnellen Weg zur Hilfe weisen. Mit einem bundesweiten Angebot an nachhaltigen und finanziell geförderten Medienkompetenztrainings müssen junge Internetnutzer über Risiken und Gefahren des Internets aufgeklärt werden. Die bestehenden gesetzlichen Jugendschutzmechanismen können im schnelllebigen Internet nur bestehen, wenn sie ständig auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.
Das derzeitige Angebot des Ministeriums, eine Informationsseite auf der Website des BMFSFJ ist zu wenig, zu unkoordiniert, zu weit weg von der Lebens- und Klickwelt von Kinder und Jugendlichen und stützt sich auf das ehrenamtliche Engagement der Partner. Das ist der Problematik nicht angemessen. Die neusten Statistiken besagen, dass 35 % aller Kids im Internet schikaniert oder bedroht worden sind, die meisten davon mehrfach. Die Opfer werden gepeinigt und erniedrigt, was in der Altersgruppe als gewaltiges gesellschaftliches Stigma empfunden wird. Die Schikanen und der Psychoterror lassen junge Menschen zerbrechen, verzweifeln und ausflippen. ‚Bring dich doch um, alle wären froh, wenn du tot wärst‘ – Mit solchen und ähnlichen Sätzen darf niemand alleine gelassen werden.“