„Der ökologische Zustand ist mittlerweile als gut zu bezeichnen“ und deshalb seien „aus Landessicht derzeit keine Sanierungsplanungen für den Niederwürzbacher Weiher vorgesehen“. So lautet das Fazit der saarländischen Landesregierung auf eine Anfrage der LINKE. Mittels elf Fragen haben die Landtagsabgeordnete Barbara Spaniol, die Bundestagsabgeordnete Yvonne Ploetz und die LINKE in Blieskastel versucht, endlich Klarheit darüber zu erlangen, wie der Stand der Planungen bezüglich des Weihers ist. Dazu Ploetz: „Der Weiher in Niederwürzbach hat eine zentrale Freizeit- und Naherholungsfunktion. Und das sowohl für die direkt anliegenden Ortschaften, für das gesamte Stadtgebiet Blieskastel, als auch für die Biosphäre Bliesgau. Trotzdem gelingt es seitens der Politik seit Jahren nicht, sich ökologisch nachhaltig um den Zustand des Gewässers zu kümmern. Die Bürgerinnen und Bürger, die Niederwürzbacherinnen und Niederwürzbacher, die sich leidenschaftlich für ihre „Perle“ engagieren, sind zu Recht verunsichert – es bestehen unzählige Vorschläge, Gutachten und Zuständige, ein Konzept ist jedoch nicht erkennbar. Dieses wollten wir jetzt endlich Schwarz auf Weiß haben. Und unsere Sorgen sind nach der Antwort der Landesregierung nicht geringer geworden.“
Insgesamt sieht die Landesregierung keinen Handlungsbedarf. Der enorme Karpfenkrautbewuchs sei kein besorgniserregender Zustand. Aus gewässerökologischer und fischereibiologischer Sicht sei keine Sanierung erforderlich. Und „Wassertrübungen durch Cyanobakterien sind lästig und können durch Toxinbildung in Badegewässern gesundheitsgefährdend sein“, da der Weiher jedoch nicht zum Schwimmen freigegeben sei, „geben sie keinen Anlass zur Sorge“. Auch das Wuchern des Krausen Leichkrauts sei positiv zu bewerten. „Es zeigt, dass die Nährstoffbelastung des Weihers abgenommen hat und somit Massenentwicklungen von planktischen Algen vermieden werden.“ Im Jahr 2009 wurde dieses einmalig entnommen. Die Kosten dafür betrugen 18.876,65 €. Im Zuge dessen kam die Idee auf, die Stadt Blieskastel könne ein dazu benötigtes stadteigenes Mähboot anschaffen und so die Mähungen regelmäßig in Eigenregie durchführen. Solche Pläne seien der Landesregierung allerdings nicht bekannt.
In Antwort 7 wird darauf verwiesen, dass Gelder zur Unterhaltung und zur Ausführung notweniger Maßnahmen zum Beispiel aus den Fördergelder des LEADER-Programms, die dem Biosphärenreservat Bliesgau in Höhe von 3.400.000 € in der Förderperiode 2007-2013 zugestanden wurden, rekrutiert werden können. Auch wurde bisher noch „nicht versucht, EU-Mittel zur Verbesserung des ökologischen Zustands des Niederwürzbacher Weihers“ zu beantragen. Landesmittel jedenfalls, werden in absehbarer Zukunft keine bereitgestellt werden. Denn die Landesregierung sieht die Stadt Blieskastel als alleinig „unterhaltspflichtig“, da es sich hierbei um ein natürlich fließendes Gewässer dritter Ordnung handele, dessen Unterhalt der jeweiligen Gemeinde obliegt. „Und das ist für uns das traurige Ergebnis dieses Antwortkatalogs: Jamaika sieht auf lange Sicht keinen Handlungsbedarf, schiebt jegliche Verantwortung an die Stadt Blieskastel ab und dabei ist uns allen bewusst, dass der Haushalt der Stadt Blieskastel äußerst begrenzt ist. Dennoch kann die Stadtverwaltung nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden, gegenüber der Landesregierung und im kommunalen Bereich alle Möglichkeiten auszuloten, wie ein auf Dauer zufriedenstellender Zustand herbeigeführt und erhalten werden kann“, fasst der Fraktionsvorsitzende der LINKE in Blieskastel, Dieter Geis, abschließend zusammen.